Kanalluftabsaugung

Gerüche

Geruchsstoffe können von allen Lebewesen, aber auch durch chemische Reaktionen mit anorganischen Verbindungen erzeugt werden. Es gibt eine kaum fassbare Anzahl von natürlichen und technischen Stoffumwandlungsprozessen, bei denen Geruchsstoffe gebildet werden.
Von den bekannten chemischen Verbindungen können mehrere tausend Einzelsubstanzen als Geruch wahrgenommen werden. Dies können organische und anorganische Stoffe sein. Besonders bei biochemischen Abbauprozessen, wie bei Zersetzungs-, Verwesungs- und Fäulnisprozessen von organischen Kohlenwasserstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette) entstehen unangenehme Gerüche. Es bilden sich niedere, flüchtige Fettsäuren, wie z.B. Ameisen-, Essig oder Buttersäure, heterozyklische Stickstoffverbindungen wie Ammoniak, Skatol, Indol und schwefelorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid oder Mercaptane, die als belästigend eingestuft werden.

Behandlung von störender Kanalabluft

Durch biologische Abbauprozesse im Abwasser entstehen auch in einigen Abwasserkanälen Schwefelwasserstoffe, Dimthylsulfide und Mercaptane. Diese können durch teure Dosierungen mit Eisenverbindungen (z.B. Eisenhydroxid, Eisen II-Chlorid) oder Calciumnitrat streckenweise unterbunden werden.
Eine andere günstigere Methode bei Geruchsproblematiken ist die Absaugung der Luft und Behandlung mit Biofiltern oder einfacher Luftaktivkohle. Biofilter sind im Betrieb jedoch nicht unkompliziert und passen sich nur träge an den zu behandelnden Schad- und Geruchskonzentrationen an. Normale Luftaktivkohle kann in den meisten Fällen wiederum die unangenehmen Geruchssubstanzen nicht adsorbieren.
Aus diesem Grund hat Harbauer nach einem Adsorptionsmaterial gesucht, welches geeignet ist die störenden Geruchsstoffe unter minimalen Kostenaufwendungen zu adsorbieren. In einigen Versuchen konnte Harbauer unter realen Bedingungen verschiedene spezielle Aktivkohlesorten testen, die mit geruchsintensiven Abwassergerüchen beaufschlagt wurden. Diese Aktivkohlen unterscheiden sich von normaler Luftaktivkohle, da sie speziell imprägniert bzw. dotiert sind.
Besonderes Merkmal der getesteten Aktivkohlen ist, dass an diesen neben der rein physikalischen Adsorption (Physisorption) auch eine chemische Bindung der Geruchsmoleküle (Chemisorption) erfolgt.
Als Folge der Versuchsreihe konnten schließlich geeignete Aktivkohlen identifiziert werden, mit der die geruchsbelastete Kanalabluft behandelt werden kann.

Projekt Absauganlagen

Für eine Berliner Firma baute Harbauer zwei Versionen von Absauganlagen, welche geruchsbelastende Abluft direkt über einen speziellen Kanalschachtdeckel vom Kanal absaugen. Die eine Version besteht aus einem 8Fuß Container (2,44m x2,20m) mit einem 0,5m³ Filter und kann bis zu 600m³/h Abluft absaugen und behandeln. Die größere Anlagenversion ist in einem 10Fuß Container (3x2,44m) mit einem 1,5m³ Filter untergebracht und kann bis zu 2000m³/h Luft absaugen. Um auch in der Nähe von Wohnbaugebieten die Anlagen betreiben zu können, sind die Container vollständig Schallschutzisoliert und werden mit Rohrschalldämpfern betrieben.

Die Technik

  • Chemiesorption und
  • physikalische Adsorption an dotierter Spezialformaktivkohle

 

Störende Inhaltsstoffe

  • Schwefelwasserstoff
  • Dimthylsulfid
  • Ammoniak
  • Mercaptane