Ideen für eine saubere Umwelt
 

„Sanierung eines ehem.
 Industriegeländes“

Fallbeispiel Schönebeck

Infolge von langjähriger industriell-gewerblicher Nutzung großer Flächen von einer ehm. Lackharzfabrik sowie Teilflächen von dem ehem. Dieselmotorenwerkes in Schönebeck (Elbe) gelangten im Zeitraum vor 1990 am Standort erhebliche Einträge von Aromaten (BTEX und Alkylbenzole), Phenolen und Alkylphenolen sowie Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in den Untergrund. 

Seit 1998 wird das Areal durch einen Fahrzeugteileproduzenten genutzt. Eine weitere industrielle Nutzung des Geländes ist vorgesehen.

2002 / 2003 wurde auf Basis des vorliegenden Kenntnisstandes und ergänzender technischer Untersuchungen eine Detailuntersuchung erarbeitet, in deren Ergebnis die Notwendigkeit für Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Sanierung abgeleitet wurde.

Maßnahmen
Zielstellungen dieser Maßnahme sind:

  • Die hydraulische Sanierung des kontaminierten Areals über ein sog. „pump-and-treat-Verfahren".
  • Die Abstromsicherung des Geländes.

Das kontaminierte Wasser wird aus drei Drainagen, aus jeweils zwei Förderschächten entnommen, anschließend der Anlage zugeführt und gereinigt wieder in den Untergrund  über eine weitere horizontale Drainage infiltriert. Hierdurch soll ein unterirdisches Spülfeld erzeugt werden, welches es ermöglicht, weitere Schadstoffe aus der Bodenmatrix herauszulösen und in der Anlage abzureinigen. Die Reinigungsanlage ist seit dem 15.02.2006 in Betrieb genommen und wird seit dem von uns vermietet und betrieben.

Verfahren
Das Kernstück dieser Wasserreinigungsanlage wird durch die biologische Reinigungsstufe gebildet, welche aus zwei Biofestbettreaktoren á 20 m³ besteht. Die Biologie funktioniert zum einen aerob aber auch zu großen Teilen anaerob. Zur Unterstützung der biologischen Aktivität wird vor jedem Biofilter ein Säulenbelüfter eingesetzt, welcher die Einperlung von Umgebungsluft zur Belüftung und Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen vorsieht. In der oberen Hälfte des Filters passiert der biologische Abbau noch aerob, in der unteren Hälfte des Filters dann anaerob. 

Mit dieser Methode können erhebliche Kosten für Betriebsmittel, wie z. B. Aktivkohle, eingespart werden. 

Des Weiteren wird das Wasser vor der biologischen  Stufe mittels eines „Harzwäscher" vorgereinigt. Dieser ist mit austauschbaren Füllkörperpackungen ausgestattet und wird belüftet, so dass dann harzartige Stoffe ausfallen und  zurück gehalten werden. Außerdem besitzt die Anlage eine Enteisenungstufe, eine Chemiedosierung um Calcitausfällung zu verhindern sowie Adsorptionsstufen mit Wasser- und Luftaktivkohle. Bevor das Reinwasser wieder in den Boden infiltriert wird, durchläuft es eine UV-Anlage, bei dem das Wasser desinfiziert wird.

Die Technik

  • Leichtstoffabscheidung
  • „Harzabscheidung"
  • Enteisenung
  • Sedimentation und Feststofffiltration
  • Säulenbelüftung
  • biologischer Abbau
  • Aktivkohleadsorption
  • UV-Desinfektion

Störende Inhaltsstoffe

  • Phenole
  • BTEX
  • Alkylbenzole
  • PAK
  • Eisen
  • Mangan